Vroni's Vanlife

Angst vor dem Losziehen

Einsam?

Einsam, Nein! Alleine, Ja!
Zu Beginn, war meine grösste Herausforderung alleine unterwegs zu sein. Habe ich mich einsam gefühlt? Zu Beginn, definitiv Ja. War ich zu ängstlich, andere alleine reisende Camper anzusprechen, Ja. Wollte ich am Anfang von allen in Ruhe gelassen werden, definitiv JA. Und warum? Ich brauchte Zeit, Zeit für mich, Zeit mich mit dem Camper-Leben anzufreunden, Zeit, um die vielen neuen Eindrücke und Erlebnisse von unterwegs zu verarbeiten, Zeit um Ruhe zu finden.
Fühle ich mich jetzt einsam? Überhaupt nicht. Ich geniesse regelrecht die Zeit für mich alleine. Zeit mit mir selber zu verbringen, meine eigenen Entscheidungen zu treffen, meine Freiheiten zu haben, den Tag so zu leben, wie ich will.
Bin ich alleine? Nein, wenn ich will und Lust dazu habe, kann ich überall neue Freunde finden. Ich brauche dafür nur offen zu sein. Tolle Begegnungen mit Menschen können wir jeden Tag machen einige machen. Es ist nur die Frage «wollen wir das». Unser Umfeld merkt ziemlich schnell, ob wir offen sind für neue Begegnungen oder wenn wir besser in Ruhe gelassen werden. Es ist deine innere Einstellung.
Angst davor keine Freunde unterwegs zu finden.
Lüftungsgitter in den Seitenscheiben, damit ich keine Angst vor dem Ersticken im Van haben mus

Ängste

Gerade zu Beginn waren die Ängste unterwegs gross und es gab viele davon. Viele davon, waren gar nicht meine eigenen Ängste, sondern wurden mir von meinem Umfeld eingeflösst. Zeitungen berichten von Überfällen auf Autobahnen, eingeschläfert durch KO-Gas, nach dem Surfen aufgebrochener Van, ….
Wir und unsere Angehörigen hören & lesen so viele «böse» Camper-Geschichten, dass es uns wirklich Angst machen sollte. Aber niemand berichtet dir von den wunderschönen Erlebnissen, die auf Dich warten unterwegs.
Aber auch die Ängste um den Van können Dich lahmlegen. Du hattest sicher auch schon einen Alptraum, dass dein Van in Rauch aufgeht, dass gleichzeitig alle vier Räder abfallen, das du dich irgendwo fest fährst und und und ….

Als ich die erste Reise mit dem Van unternahm, war meine grösste Angst in der Nacht im Van zu ersticken. Die Vorstellung klingt schrecklich, wäre es auch, aber dieser Floh hatte mir mein Umfeld in den Kopf gesetzt, du musst immer das Fenster einen Spalt aufhaben, sonst erstickst du. Schliess ab, mache die Fenster ganz zu, sonst wirst du ausgeraubt. Und was jetzt? Fenster einen Spalt offen oder zu…. Ich war innerlich am Durchdrehen.

All diese Ängste sind komplett unbegründet. Es gibt viele Hilfsmittel um dich unterwegs «Sicher» zu fühlen. Egal ob Lüftungs-Gitter im Fenster, Gas-Warner, Alarmanlage oder Feuerlöscher. Meine wichtigste Grundregel: mach Dich abfahrt-bereit vor dem Schlafen gehen. 
Am Ende ist es immer unsere innere Einstellung, die den Unterschied, macht.

schöne Momente

 All diese Ängste und Zweifel sind nichts im vergleich zu den traumhaften Momenten, Ausblicken und Erlebnisse die man unterwegs erlebt. Es gibt immer mal wieder das ein oder andere Erlebnis, dass man gerne gemeinsam mit jemanden erlebt hätte. Oft findest du unterwegs neue Freunde, mit dennen du diese Momente teilen kannst. Es können unglaubliche Freundschaften entstehen. Und das schönste daran, es sind gleich gesinnte Menschen. Menschen die Verständnis für deine Lebensart haben.

Lebensschule

Alleine reisen ist die absolut beste Lebensschule, die es gibt. So unheimliche viel Situationen, welche du immer alleine meistern musst und vor allem darfst. Es können ganz einfache Dinge sein, angefangen mit dem richtigen Weg finden, Stellplatz suche, Gas Flasche auffüllen, mit dem Bus im Sand stecken bleiben, oder nur noch die Sprach-Barriere. 
An jeder Herausforderung wächst Du. Sogar unheimlich schnell. Du lernst automatisch viel Selbständiger und Selbstsicherer unterwegs zu sein. Die Dinge gehen Dir immer leichter von der Hand.
Nur ein Beispiel dazu: In meinem 2ten Sommer in Portugal ging das Gas aus, ich hatte tagelang Panik, nur schon, weil es jeden Moment so weit sein konnte, was bedeutete kein Kochen, kein Kühlschrank mehr. Gasflasche tauschen ging nicht, da es nicht die gleichen Anschlüsse waren. Wäre meine Schwester nicht dabei gewesen, ich hätte umgedreht, ich war so oft kurz davor alles hinzuschmeissen und nach Hause zu gehen. Meine Schwester beklagte sich bei Freunden über mein Problem, die waren auch oft mit dem Wohnwagen unterwegs, erst da kam die zündende Idee. An einer Tankstelle die Gasflasche auffüllen lassen. Jetzt ist für mich die Gas-Flaschen auffüllen in den unterschiedlichen Ländern eine einfach und entspannte Sache, auch weil ich mir die entsprechenden Adapter zugelegt, hab. Aber das muss ja zuerst mal wissen…

Reise mit Mir​

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Mein Tipp an Dich

Zieh einfach los, lass Dich von Deinen Ängsten nicht unterkriegen lassen. Alles ist machbar, solange Du daran glaubst, dass es einen Weg gibt. „Everything is Figureoutable“ von Marie Forleo wurde zu meinem eigenen Motto, in so vielen Situationen hat es mich zum Weitermachen angestiftet.
Frage andere Reisende um Hilfe (oft steckten diese auch schon in ähnlichen Situationen und helfen Dir gerne), Google weiss alles, also such einfach mal nach Deinem Problem. Es gibt einige Facebook-Gruppen für allein reisende Frauen, Camper Ausbauer, Länderspezifische Reise-Gruppen oder allgemeine Camper-Gruppen. Einfach beitreten und Deine Frage stellen, die Antworten folgen schnell oder zumindest das Mitgefühl für Deine Situation (so fühlst Du Dich nicht mehr ganz so allein in der Welt).
Erzähl mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen. Welche Herausforderungen on the Road haben dich Stärker gemacht? Was ist dein Motto unterwegs?
Ich freue mich von dir zu hören.
Schau auch mal unter der Vangirl Lifestyle – Seite vorbei, da findest du noch weiter hilfreiche Tipps rund um das Leben unterwegs.
Deine Vroni
Vroni schaut aus dem Camper, das Gesicht von Vroni's Vanlife

Hi, ich bin Vroni

Als ich mich 2017 entschied einen Bus selber auszubauen, war ich komplett überfordert! Nicht nur mit dem handwerklichen Geschick, sondern auch mit dem Vanlife an sich.

Bis 2019 verbrachte ich über 10 Monate im Bus, im 2020 waren es dann 8 Monate am Stück, danach folgte eine Winterpause im Engadin und seit März 2021 bin ich wieder „on the road“.

Ich lernte mich überall zu Hause zu fühlen, jede Herausforderung als Frau, alleine zu meistern. Die Liebe zum Zuhause auf Rädern entdeckt und die Natur vor der Haustür wieder schätzen gelernt.

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Angst vor dem Losziehen

Hast Du Angst davor alleine zu sein? Den Herausforderungen unterwegs nicht gewachsen zu sein? Lass Dich nicht von Deinen Ängsten leiten, zieh los und erkunde die Welt, sei Du selbst und geniesse das Leben.